Ein Review von Marcel Raven. Die Tremonti – Army of 12 Germany in Zusammenarbeit mit 60Minuten.net.

Quelle Bilder, Pressemeldung: Napalm Records

2012 gründete Mark Tremonti zusammen mit Eric Friedman und Garrett Whitlock das (Side-)Projekt TREMONTIBislang veröffentlichte die Band drei Alben. Am 8. Juni 2018 kehren TREMONTI mit ihrem vierten Longplayer,  A DYING MACHINEzurück. Ein Konzeptalbum, das durch Marks Songwriting und seine knallharte Gitarre geprägt wird. Melodiöse Refrains, gnadenlose Riffs und feurige Gitarrensoli bilden das Rückgrat der Rocknummern wie FROM THE SKY, THROW THEM TO THE LIONS und Ohrwürmern wie TAKE YOU WITH ME oder THE FIRST THE LAST.

Das Konzeptalbum A Dying Machine ist nur ein Teil eines noch größeres Konzepts. Als Ergänzung zur musikalischen Seite wird im Spätsommer (genauer Termin noch nicht bekannt) die Novelle A Dying Machine erscheinen. Ein Buch von Mark Tremonti und John Shirley. Quelle John Shirley via Facebook.

TREMONTI – A DYING MACHINE

Release: 08.06.2018, Label: Napalm Records, Spieldauer: 61.48 Minuten

01. Bringer Of War
02. From The Sky
03. A Dying Machine
04. Trust
05. Throw Them To The Lions
06. Make It Hurt
07. Traipse
08. The First The Last
09. A Lot Like Sin
10. The Day When Legions Burned
11. As The Silence Becomes Me
12. Take You With Me
13. Desolation
14. Found

01 Bringer Of War. Definitiv keine Ode an die Liebe! Gitarrenklänge wie aus einem Western und ein marschähnlicher Rhythmus. Hooray! „Snare-Drum-Salven“ und harte Thrash-Metal-Riffs treiben den Song voran. Dazu Marks Gesang und Strophenzeilen wie: I am the bringer of war […] and I’m gonna start a fire! unterstreichen den aggressiven Song/Songtitel. Der melodiöse Refrain bietet einen Gegenpol zu dieser Wucht. Mark liebt definitiv Thrash-Metal!

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https://www.youtube.com/watch?v=nL5nKxaMAI4

02 FROM THE SKY setzt als zweiter Song die Stimmung von Bringer Of War fort. Speed-Metal-Riffs gehen hier mit pop-punkigen Refrains einher. Textlich karg, ein melodisch-energetischer Song, der vor allem bei Live-Auftritten seine ganze Kraft entfalten wird. Als zweiter Song auf dem Album verliert From The Sky für mich an Eigenständigkeit. An anderer Stelle wäre dieser Titel  besser platziert.

photo credit: John Deeb

03 A DYING MACHINE ist der Titeltrack und zugleich die erste Singleauskopplung der CD. Er steht für das  Konzept des Albums und auch für das im Spätsommer erscheinende, gleichnamige Buch. Die wechselnden Perspektiven zwischen den humanoiden „Vessels“ und ihren Erschaffern zeigen die sich entfaltende Zwietracht. You’re no true soul, you’ll never be! Musikalisch steckt A Dying Machine voller Überraschungen. Schwere, metallisch klingende Gitarren, Break-Downs, die durch Marks aufbrausenden Gesang schnell wieder Fahrt aufnehmen. Abgerundet wird das Gesamtkonstrukt durch die gefühlvollen Bridges (Songteil, der sich melodisch, harmonisch und im Sound von der Umgebung abhebt) und  Marks „Clean-Solo“ (Ein Gitarren-Solo ohne Effekte). A Dying Machine ist der Höhepunkt des Albums.

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https://www.youtube.com/watch?v=nL5nKxaMAI4

04 Trust. Weg von liedtragenden Riffs, stattdessen ein Bass-Groove. Die Gitarre bleibt im Hintergrund, bis sie bei den melodischen Refrains wieder hervorkommt. Textzeilen wie:  So put your trust in me – so I can show you how to leave your past behind hinterlassen einen optimistischen Gesamteindruck. Die Bridge verstärkt dies mit dem Backgroundgesang im Stile einer Hymne. Im Outro nutzt Mark ein neues Gesangselement:  seine Kopfstimme. Das Vertrauen in seine Stimme ist gewachsen!

05 THROW THEM TO THE LIONS. Alarmierende, mit einem „Flanger-Effekt“ (Soundeffekt)  belegte Gitarren explodieren in einem der schnellsten Tracks des Albums. Tremonti untermalt hier die lyrischen Aspekte des Songs. Throw them to the lions or watch them drown. 3.20 Minuten pure Power.

06 MAKE IT HURT. Ein Intro das zunächst an Watch Your Words von Alter Bridge erinnert, doch schnell an Eigenständigkeit gewinnt. Ein Song zum Headbangen, aber Vorsicht: Muskelkater garantiert. Ein riff-orienter Track, der nach vorne geht!

photo credit: John Deeb

07 TRAIPSE. Dieses Akustik-Intro im 6/8-Takt klingt im ersten Moment beruhigend. BIS der  rhythmisch auf Lyrics punktuierte Refrain einsetzt. Cold is the light of the sun, black as the lack of love. Dieser Rhythmuswechsel zieht sich durch den ganzen Song, unterstreicht und hebt gleichzeitig die Lyrics hervor. Ebbe und Flut.

photo credit: John Deeb

08 THE FIRST THE LAST. Einer der emotionalsten Songs der CD. Hier werden alle Register gezogen um den Herzschmerz zum Ausdruck zu bringen. You were the heart that beat within my dying core. You made me thirst for life, you left me wanting more. Tremonti hat keine Probleme damit, den Spagat zwischen aggressiven Metal-Songs und gefühlvollen Balladen zu schaffen.

09 A LOT LIKE SIN. Ein massiver Mid-Tempo-Song mit totalitär anmutenden Lyrics. Tear away both flesh and bone. Discard life or die alone. Musikalisch plätschert der Song für meinen Geschmack zu sehr dahin, so dass er der Geschichte nicht gerecht wird.

photo credit: John Deeb

10 THE DAY WHEN LEGIONS BURNED. Im Intro ein brutales Schlagzeug, dann eine  knallharte Gitarre. Der Song geht direkt in die Vollen. Er bewegt sich thematisch auf gleicher Ebene wie A Lot Like Sin:  You can sleep when you’re dead. No time wasted. Your many wounds will not heal. Mit diesem Song wird die thematische Einordnung des Buches, die  sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, deutlich: die inneren und äußeren Konflikte der Vessels:  Programmed to face. One by one rectify. Have no right to know why. Mit 3:09 der kürzeste Song auf dem Album.

11 AS THE SILENCE BECOMES ME beginnt mit einem Akustik-Intro (Walzer-) 6/8-Takt. Er erinnert in den ersten Sekunden an System Of A Downs Question!. Die Musik beugt sich dem Text. Der Fokus liegt auf dem Erzählen der Geschichte: Come now and sit with me. I’ve needed company for so long. Don’t leave me alone again. All my life I’ve waited for a friend. Der Refrain besticht durch gefühlvolle und songdienliche Gesangsharmonien von Mark und Eric.

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https://www.youtube.com/watch?v=r8TjB72boz8

12 TAKE YOU WITH ME bildet mit seiner pop-punkigen Attitüde einen klaren Gegenpol zu AS THE SILENCE BECOMES ME . Hier begibt sich Tremonti in neues Terrain zwischen Green Day und den Foo Fighters. Lyrics wie: I’ll take your hand in mine and never let go, der radiofreundliche Charakter des Songs und der hohe Wiedererkennungswert verschaffen der Band mit Sicherheit neue Hörer.

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https://www.youtube.com/watch?v=BYwrSAZzXEc

13 Desolation. In den ersten Momenten des Songs vermutet man ein Gastspiel vom Alter Bridge-Bandkollegen Myles Kennedy. Falsch! Hier wird der Schrei nach einem Neustart deutlich: Could be I’ve squandered my last chance to start again. Der Song beginnt mit einer bedächtigen Stimmung, die durch die Bridge eine optimistische und kraftvolle Wendung annimmt. Open the sky show me more. Ein Wunsch, ein Traum, ein Stück Freiheit!

14 Found ist ein mit Effekten belegtes Instrumental. Der Abspann des Albums! Das gab es in der Geschichte von Tremonti bisher nicht. Laut Mark ist dieses Element rein zufällig in der Pre-Production-Phase entstanden. Found ist der thematische Abschluss des Konzept-Albums und bietet Gelegenheit um das Gehörte zu verarbeiten!

Mit dem Konzeptalbum A DYING MACHINE setzt die Band rund um Mark Tremonti einen Meilenstein. Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich hebt sich dieses Album von seinen Vorgängern ab. Gemeinsam mit dem im Spätsommer erscheinenden, gleichnamigen Buch, stellt das Album einen neuen und interessanten Weg dar, wie man die Geschichte hinter den Songs präsentieren kann. Mit diesem Album wird TREMONTI als eigenständige und ernst zu nehmende Band aus dem Schatten von Alter Bridge hervortreten..

Wertung:      9 / 10

Homepage Tremonti Projekt
Facebook Tremonti Project
Homepage Mark Tremonti
Facebook John Shirley ( co-author book)
Facebook/Homepage Tremonti-Army of 12 Germany

photo credit: John Deeb

TOUR DATES:
*w/ Iron Maiden

18.06.18 DE – Munich / Strom
19.06.18 DE – Leipzig /Täubchental
21.06.18 DK – Copenhagen / Copenhell
22.06.18 BE – Dessel / Graspop
23.06.18 FR – Clisson / Hellfest
26.06.18 NL – Zwolle / Hedon
28.06.18 UK – Glasgow / o2 ABC
29.06.18 UK – London / o2 Shepherd’s Bush Empire
30.06.18 UK – Birmingham / o2 Institute
02.07.18 UK – Belfast / Limelight 1
03.07.18 UK – Dublin / Academy
05.07.18 UK – Portsmouth / Pyramids Centre
07.07.18 ES – Barcelona / RockFest
09.07.18 IT – Milan / San Siro Ippodromo*
10.07.18 CH – Zurich / Hallenstadion*
13.07.18 PO – Lisbon / Altice Arena*
14.07.18 ES – Viveiro / Viveiro Ressurrection Fest
17.07.18 IT – Trieste / Piazza Unita d’Italia*
20.07.18 GR – Athens / Rockwave Festival
22.07.18 BG – Plovdiv / Hills of Rock
24.07.18 CR – Zagreb / Zagreb Arena*
25.07.18 SL – Tolmin / Metaldays
27.07.18 PL – Krakow / Tauron Arena*
28.07.18 PL – Krakow / Tauron Arena*
29.07.18 PL – Warszawa / Klub Hybrydy
31.07.18 DE – Berlin / Lido
01.08.18 DE – Cologne / Luxor
02.08.18 DE – Wacken / Wacken Open Air