STEVEN WILSON: Grace For Drowning — Veröffentlichung: 30.09.2011

STEVEN WILSON – Grace For Drowning

Aus dem offiziellen Pressetext: „‚Insurgentes‘ war für mich ein wichtiger Schritt in eine neue Richtung. Diese Platte ist experimenteller und vielseitiger. Für mich waren die goldene Zeiten der Musik die späten 60er und frühen 70er, als das Album der wichtigste Ausdruck eines Künstlers war, als Musiker sich von den Drei-Minuten-Pop-Song-Formaten frei machten und anfingen, Jazz und klassische Musik einfließen zu lassen und kombiniert mit dem psychedelischen Spirit eine Soundreise zu kreieren. Ohne Retro sein zu wollen ist mein Album eine Art Hommage an diesen Spirit. Es gibt alles, von [Ennio] Morriconemäßiger Filmmusik über Chöre und Klavier-Balladen bis hin zu einem 23minütigem vom Progressive Jazz inspiriertem Stück. Tatsächlich habe ich diesmal mit ein paar Jazz-Musikern gearbeitet. Die Idee dazu kam mir bei meiner Arbeit an den Remixen der King Crimson-Alben.“

An manchen Dingen geht man lange vorbei, man weiß, dass sie existieren, nimmt sie aber nicht bewusst wahr. So ging es mir mit Porcupine Tree und Steven Wilson, dem Kopf der Band. Ich kannte Porcupine Tree und ihre Musik, habe sie aber nur „en passant“ wahrgenommen und nie richtig hingehört. Erst als sich die Gelegenheit für ein Interview mit Steven Wilson ergab, entdeckte ich im Zuge der Vorbereitung diese Musik für mich. Zurück zu den frühen Tagen von Genesis, Erinnerungen an Pink Floyd, an eine andere Zeit und doch aktuell, jetzt, heute, gegenwärtig – so wirkt Steven Wilsons neues Soloalbum „Grace for Drowning“ auf mich.

Tontechnik von heute vermischt mit Gerätschaften aus den 70ern/im Geiste der 70er. Die Lust an der Freiheit, die Lust an der Lautmalerei. Steven Wilson kümmert sich bei dieser CD nur um Steven Wilson, macht seine ihm eigene Musik, und genau das finde ich faszinierend! Er komponiert seine Musk wie ein Filmregisseur, ganz im Sinne von Luis Buñuel: Immmer wieder surrealistisch und doch noch so nah an der Realität, dass wir seiner Musik folgen können, sie genießen können. Luis Buñuel: Ihm widmet er mit „Belle de jour“ einen Titel.

„Grace for Drowning“, ein Wortspiel: Der furchtbare Moment des Ertrinkens, der Kampf um das Überleben, der sich plötzlich in einen Moment des Friedens verwandelt. Der Moment, in dem der Kampf aufgegeben wird, der Moment der Würde – „Grace“.

Die Doppel-CD, die aus zwei getrennten und doch zusammengehörenden Teilen (CDs) besteht:

Vol1: Deform to form a star

Vol2: Like dust I have cleaned from my eye

„90 Minuten Musik an einem Stück sind einfach zu lang, zu viel. Kaum jemand wird so lange zuhören. Deswegen habe ich die Songs auf zwei CDs verteilt, die physikalisch getrennt sind, aber doch zusammengehören, eine Einheit bilden.“ (Steven Wilson)

Grace For Drowning, eine CD, die euch ans Herz lege. Nehmt euch Zeit für diese Musik, es lohnt sich!

Steven Wilson live

22.10. Berlin, Heimathafen
23.10. München, Muffathalle
27.10. Köln, Live Music Hall
28.10. Hamburg, Markthalle

Steven Wilson – Track One (from Grace for Drowning) from Kscope on Vimeo.