Vlad In Tears – Tourstart in Köln

Freitagabend. Wie könnte man das Wochenende besser als mit einem Abend voller großartiger Musik und entspannten Gesprächen starten? Mich zog es in den Kölner Jungle-Club, zu Vlad In Tears.

Die Wahlberliner begannen im Jungle Club ihre Tour Souls On Sale, die sie bis nach Griechenland führen wird. Als Support sind Rain Diary aus Finnland und Firstborn aus Schweden dabei.

Während die Alternativ Rock – Formation Firstborn schon auf der Bühne stand, hatte ich Gelegenheit, mit Kris Vlad zu sprechen. Wir waren uns bereits 2016 auf der Unbroken-Tour begegnet und konnten so an unsere letzte Unterhaltung anknüpfen.

So fragte ich Kris, ob er seine Deutsch-Kenntnisse schon erweitern konnte. Das sei nicht so einfach, erwiderte Kris und schilderte mir kurz, wie arbeitsintensiv sich sein beruflicher Alltag gestaltet und dass er abends höchstens noch ein Treffen mit Dario zum gemeinsamen Essen schaffe, danach aber zu erschöpft sei, um noch mehr Input aufzunehmen.

Natürlich wollte ich wissen, was es mit dem Titel des neuen Albums, Souls On Sale, auf sich hat. Für dieses Album hat sich Kris, Komponist und Texter von Vlad In Tears ist, wieder auf seine Wurzeln besonnen. Für Unbroken hatte Kris an vielen Stellen Anregungen von Bandmitgliedern und Freunden umgesetzt. Dadurch fühlt er sich dem Album allerdings auch weniger verbunden, es ist nicht sein Baby, trägt nicht mehr seine alleinige Handschrift. Im Gespräch war deutlich zu spüren, wie sehr ihn diese Gedanken noch immer beschäftigen.

Kris schläft nicht sonderlich gut und schreckt oft aus seinen Träumen hoch.
Träume sind wichtig für Kris und seine Musik. An die Träume selbst erinnert er sich nie, wacht aber oft mit einen Soundtrack zu den „vergessenen“ Träumen auf. Am Klavier setzt er dann diesen Soundtrack um und so entstehen viele seiner Stücke. Zumindest war das bis zum vorletzten Album, Unbroken, so …

Nachdem die Arbeit an Unbroken abgeschlossen war, kehrten diese Träume zurück und Kris gewann wieder das Vertrauen in seine Arbeit, in sein Gespür, in sich. So entstand in kurzer Zeit Souls On Sale, eine deutliche Weiterentwicklung der Band. Man merkt dem Album absolut an, wie viel Seele dort „verarbeitet“ wurde.

Konkrete Pläne für die Zeit nach der Tour gibt es noch nicht, aber ein paar Visionen, vielleicht eine Doppel-CD.
CD 1: VIT sehr rockig, dunkel und geheimnisvoll. Weil es das ist, was Kris liebt.
CD 2: VIT akustisch.
Bis heute nur ein Gedanke, ein spannender Gedanke.

Die Band:
Kris Vlad – Vocals
Dario Vlad – Bass
Giovanni De Benedetto – Guitar
Cosmo Cadar – Drums

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Rain Diary … Finnland .. Darkwave… .

In unserem kurzen Gespräch erklärte mir Rain Diary, was mit „Winter-Wave“ gemeint sei.
Ein neues Genre? „Der Winter … der dunkle Teil des Winters ist in Finnland verdammt lang. Durch diese monatelange Dunkelheit entsteht eine Melancholie, die unvermeidlich in die Musik einfließt, der „Winter-Wave“.

Finnland ist ein Land des Metal, Rain Diary Musik ist vor diesem Hintergrund erfrischend anders. Ein „dunkler Farbtupfer“.

Die Band:
Tommi Suomala (Vocals)
Tytti Toppari (Keyboard, Synths, Vocals)
Teemu Rantanen (Guitar)
Joni Bitter (Guitar, Bass, Programming)
Lauri Kujasalo (Drums, Percussion)

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Im März 2017 erschien das gleichnamige Debüt-Album der Band Firstborn

Auf ihrer Website schreiben Firstborn dazu: ‘Einige der Songs wurden mitten im Winter, in einem kalten, dunklen Raum geschrieben. Die Songs entstanden auf einer alten, sechssaitigen Gitarre, die weniger wert war, als ein durchschnittlicher Einkauf im Supermarkt. Dazu passend ein Schlagzeug, das beim Spielen eher nach dem Zerstampfen von Pappkartons als nach einem Schlagzeug klang.’

Im Jungle-Club spielten Firstborn weder auf einer billigen Gitarre noch auf einem verstimmten Schlagzeug. Ganz im Gegenteil! Der Sound war erstklassig und Firstborn machten ihren Job als Anheizer hervorragend.

Die Band:
Marcus Carlzon – Vocals
Johan Åberg – Drums
Joachim Ragnarsson – Guitar
Simon Näsström – Guitar

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Einziger Wehrmutstropfen aus meiner Sicht: Die Größe der Bühne. Vlad In Tears mussten Kris’ geliebtes Klavier im Transporter lassen und Joni, dem Basser von Rain Diary merkte man deutlich an, dass er sich liebend gern ausgetobt hätte.
Insgesamt ein gelungenes Konzert mit einer großartigen Dramaturgie und drei wundervollen Frontmännern. Marcus von Firstborn, Tommi von Rain Diary und last but not least Kris von Vlad in Tears verstanden es , das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

VLIT in Tears. Köln, Vera Drewke