Gedanken

oder zu viele Gedanken?

Freitag Morgen, 09.00 Uhr. Der Arbeitstag nimmt Fahrt auf, das Wetter beruhigt sich und aus dem Regen wird ein „diesig“. Jetzt eine (besondere) Tasse Kaffee und auf geht es! Ich beginne heute mit der ersten gemeinsamen Single von Shemekia Copeland und Kenny Wayne Shepherd: Hit ‚Em Back. Eine gelungene Aufnahme! Gleich im nächsten Abschnitt findet ihr das Video.

Dass diese Aufnahme jetzt erscheint, ist für mich nach den rassistischen Vorwürfen gegen Kenny Wayne Shepherd kein Zufall. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Nur meine Gedanken. Im Pressetext wird die „Uneinigkeit und Wut in der Blues-Gemeinschaft“ angesprochen.Es geht im Rassismus.

De facto gab es aber kürzlich „rassistische“ Vorwürfe gegen Kenny Wayne Shepherd. Das widerspricht allem, was ich bei den Begegnungen mit Kenny gesehen und empfunden habe. Ich kann keine Gedanken lesen oder in die Seele eines Menschen gucken, trotzdem glaube ich diese Vorwürfe nicht. Stimmt diese Annahme, ergibt es Sinn, dass Shemekia als langjährige Bekannte eine gemeinsame Aufnahme mit Kenny produziert.

In der heutigen Zeit und mit den Möglichkeiten der Social Media werden viele Missstände aufgedeckt. Das ist gut so! Gleichzeitig nimmt die Zahl der Vor-Verurteilungen stetig zu. Das Schlimme ist, dass viele Verantwortliche beim Anschein eines Verdachtes sofort „Vor-Verurteilen“ und reagieren. Schuldig bei Verdacht.


Thoughts

or too many thoughts?

Friday morning, 09:00. The workday picks up speed, the weather calms down and the rain turns into „hazy“. Now a (special) cup of coffee and off we go! I start today with the first joint single of Shemekia Copeland and Kenny Wayne Shepherd: Hit ‚Em Back. A great recording! You’ll find the video in the next section.

That this recording appears now is no coincidence for me. If it is true? No idea. Only my thoughts. The press release addresses the „disunity and anger in the blues community.“ What is meant by that, I can only guess until I have had a chance to talk to the two artists. De facto, there have been recent „racist“ accusations against Kenny Wayne Shepherd. This goes against everything I have seen and felt in my encounters with Kenny. I can’t read minds or look into souls, yet I don’t believe these accusations. If this assumption is true, it makes sense that Shemekia as a longtime acquaintance produces a joint recording with Kenny.

In this day and age and with the possibilities of social media, many grievances are being exposed. In the process, the number of pre-convictions is steadily increasing. The bad thing is that many responsible people react immediately at the appearance of a suspicion that is not one.

These are just my thoughts.


 

Die zeitgenössischen Blueser Shemekia Copeland und Kenny Wayne Shepherd haben sich für den Song Hit ‚Em Back zusammen getan, einem neuen Stück, das am Donnerstag, den 27. Mai, auf dem Provogue-Label der Mascot Label Group veröffentlicht wird. Der Track wurde erst vor zwei Wochen mit Copeland und Shepherd aufgenommen, mit Gastauftritten von Robert Randolph an der Steel-Gitarre und dem Blues-Veteranen Tony Coleman, der schon mit B.B. King, Etta James, Bobby Blue Bland, Albert King und Buddy Guy zusammengearbeitet hat.

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https://youtu.be/vpEC_2T4vUg

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Hit ‚Em Back wurde auf Drängen von Shemekia geschrieben, die ihren Texter John Hahn bat, einen Song zu schreiben, der die Uneinigkeit und Wut innerhalb der großen Blues-Gemeinschaft anspricht. Daraufhin wandte sie sich an Kenny Wayne und fragte ihn, ob er die Musik für den Text schreiben und mit ihr zusammen den Song aufnehmen würde. Kenny und der Produzent Marshall Altman entwickelten die Musik, nahmen sie auf und schickten sie an Shemekia, die sich nur wenige Tage später in einem Studio in Nashville mit Randolph und Colemen traf.

Der gesamte Erlös von Hit ‚Em Back wird an die Music Maker Relief Foundation gespendet, eine gemeinnützige Organisation, deren erklärtes Ziel es ist, die musikalischen Traditionen des Südens zu bewahren, indem sie die Musiker, die sie machen, direkt unterstützt und sicherstellt, dass ihre Stimmen nicht durch Armut zum Schweigen gebracht werden.

Hit ‘Em Back Textausschnitt:

We come from different places
Worlds apart
Blues brought us together
Right from the start
Don’t care where you’re born
Don’t care where you been
The shade of your eyes
The color of your skin
We all join together
Love it like no other
I’ll always be your sister
If you’ll be my brother
Hit ‚em back
Hit ‚em back
Hit ‚em back with love
Let ‚em scream and yell
Push and shove
You gotta hit ‚em back with love.

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https://youtu.be/gAedo8fcIWY

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Shemekia ordnete das neue Werk in den Kontext ein: „Ich habe ‚Ain’t Got Time For Hate‘ gemacht, nachdem mein Baby geboren wurde, weil ich nicht nur über Probleme, sondern auch über Lösungen sprechen wollte.“ Darauf folgte „Uncivil War“, das in dieselbe Richtung geht. „Ich hatte gedacht, dass diese beiden Teil einer Trilogie sein würden und jetzt mit ‚Hit ‚Em Back‘ sind sie es. Es gibt keinen Zweifel, dass es Rassismus in diesem Land und in unserem Geschäft gibt, aber was uns vor allem zusammenbringt, ist die Musik. Die Leute sind wütend und erschaffen manchmal ihre eigenen Agenden, die uns spalten können. Wenn wir zusammenkommen und es um die Musik geht, kann das nur helfen. Ich gebe zu, dass auch ich Teil des Problems war, indem ich Dinge in virtuelle Kisten oder Kategorien steckte, die uns voneinander abgrenzen; die Musik entwickelt sich weiter und verändert sich, so dass sich die Definition des Blues selbst erweitert hat. Man kann sagen: „Das ist der Blues und das nicht“, und ich habe mich dessen auch schuldig gemacht, aber mittlerweile habe ich erkannt, dass er alles umfasst, von Rock und Folk bis hin zu allem Möglichen. Der Blues ist die Wurzel der amerikanischen Musik.“

Kenny stimmte mit Shemekias Herangehensweise an den Blues überein. „Die meisten Leute, die versuchen zu definieren was Blues ist und was nicht, machen selbst keine Musik. In dem Moment, in dem man Musik veröffentlicht und sie mit anderen teilt, gehört sie allen; Musik kommt von der Seele und die Seele hat keine Farbe oder Aussehen und es gibt keine Box, in die man sie stecken kann, sie gehört uns allen. Alles, was von echten Musikern aufgenommen wird, die von Herzen spielen, ist unterstützenswert, egal wie man es nennt.“

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https://youtu.be/ZU6V2Br_hvw

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Shemekias Beziehung zu Kenny reicht Jahrzehnte zurück. Sie erinnert sich: „Seit wir uns als Teenager kennengelernt haben; ich war 17 und Kenny 19 Jahre alt, laufen wir uns immer wieder über den Weg. Vor der ‚Hit ‚Em Back‘-Session sah ich ihn das letzte Mal 2019 und ich neckte ihn mit den Worten: „Du solltest eines Tages eine Rockplatte für mich produzieren.“ In gewisser Weise ist das mit „Hit ‚Em Back“ passiert, aber beide Künstler und ihre Musik sind fest im Blues verwurzelt. Ihre Wege haben sich schon oft gekreuzt und beide haben zu Beginn ihrer jeweiligen Karriere Shows für B.B. King eröffent. Shemekia fügt hinzu: „Kenny war die ganze Zeit über ein Verbündeter des Blues.“

Shemekia, eine dreifache Grammy-Nominierte, wurde gerade von der UK Blues Federation zur internationalen Künstlerin des Jahres ernannt. Erst letztes Jahr war sie zusammen mit ihrem vierjährigen Sohn Johnny – der nach ihrem Vater, der texanischen Bluesgröße Johnny Clyde Copeland, benannt wurde – Gastgeberin des Blues Music Award Programms der Blues Foundation und auf der anderen Seite moderiert Shemekia B.B. King’s Bluesville auf SiriusXM wochentags von 10 Uhr bis 15 Uhr EST.

Kenny Wayne Shepherds 2. Album „Trouble Is“ von 1997, ist eins von seinen neun Nummer #1 Alben und hält den Rekord als das am längsten laufende Album in den Billboard Blues Charts. Auf sein Konto gehen drei mit RIAA-Platin und ein Album welches mit Gold zertifiziert wurden. Er hat fünf Grammy-Nominierungen erhalten und sein 10 Days Out: Blues From the Backroads Album und der dazugehörige Dokumentarfilm gewannen sowohl einen Blues Music Award als auch einen Keeping the Blues Alive Award. Die Dokumentation zeigt Kenny beim Spielen mit Veteranen des Genres wie Etta Baker, Cootie Stark, Neal Pattman, B.B. King, Henry Townsend, Hubert Sumlin, Lazy Lester, Gatemouth Brown, Honeyboy Edwards und Pinetop Perkins. Wie bei „Hit ‚Em Back“ wurden und werden die Erlöse aus diesem Projekt an die Music Maker Relief Foundation gespendet.

Shemekia ist in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe von Living Blues zu sehen, in der sie mit den Worten zitiert wird: „Ich möchte nicht, dass meine Musik von einem Ort der Wut kommt, denn wenn sie das tut, hört dich niemand. Lasst uns aufklären; lasst uns den Leuten die Augen öffnen; warum können wir nicht vereint sein?“

Kenny hält sich für einen Shemekia Copeland-Fan ersten Ranges und behauptet: „Sie ist das einzig Wahre, die moderne Königin des Blues. Sie packte den Stier bei den Hörnern, und als sie sagte: ‚Lasst uns das machen!‘ kam ‚Hit ‚Em Back‘ als Ergebnis raus.  Der Song hat eine so positive, bejahende Botschaft, dass jeder – Shemekia, Robert, Tony – an diesem Tag sein Bestes im Studio gegeben hat. Wenn man in einem Raum mit so viel Talenten ist, motiviert man sich gegenseitig zu Höchstform. Das kann man auf diesem Track hören.“

Links:

http://www.shemekiacopeland.com

https://www.facebook.com/shemekia.copeland/

https://www.kennywayneshepherd.net