Liebe Leser, Hörer und Zuschauer! Ich wünsche euch ein Frohes Neues 2019! Das Jahr beginnt spannend. Filmmusik von Max Richter.  Ein neues Genre für uns. Max Richter hat die Musik zu Mary Queen Of Scots (Kinostart Deutschland: 17.01.2019) komponiert.
Mir war nicht bewusst, dass ich schon Musik von Max Richter kenne und welche Bedeutung sie hat. Die kurze Zeit, in der ich mich mit seinen Werken beschäftige, reicht aus, um mich mehr als zu beeindrucken! Dem unten angeführten Pressetext von The Atlantic kann ich nur zustimmen … emotionale Komplexität …

Musik, die mich berührt. Ich bin gerade in einer Aufbruchsstimmung und möchte am liebsten tanzen und “Party feiern”. Die Musik von Max Richter schafft es, mich in ihren Bann zu ziehen, so dass ich still sitze, zuhöre und genieße!
“Mary Queen Of Scots”, steht in meinem Kino-Kalender. Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen und anhören! Gewaltige Bilder und eine faszinierende Filmmusik! Danke, Max Richter!

Verlosung!

Wer 60Minuten.net verfolgt, weiß, dass ich (fast) nur Artikel schreibe, wenn mich etwas fasziniert. Diese Faszination für die Filmmusik von Max Richter möchte ich mit Euch teilen. Wir verlosen drei CDs : Den Original-Soundtrack “Mary Queen of Scots”, erschienen bei Deutsche Grammophon.

Möchtet Ihr an der Verlosung teilnehmen? Schreibt bitte eine Email an: verlosung@60minuten.net mit dem Kennwort: Max Richter
Einsendeschluss ist der 13.01.2019, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Redaktion, Viktor

Photo Credit: Heiko Prigge

»Kein Komponist der Gegenwart bringt solch emotionale Komplexität auf die Leinwand wie Max Richter. Sein Werk ist in der modernen Kultur allgegenwärtig, in Film und Fernsehen, Tanz und Theater.« – The Atlantic

Max Richters Werk trägt in Mary Queen of Scots nicht nur zur eindrucksvollen, geschichtsträchtigen Atmosphäre des Films bei, sondern auch zu dessen tiefer emotionaler Wirkung. Kriegstrommeln neben Frauenstimmen, lyrische Ambient-Musik und feierliche Tänze, bewegende Melodien von Streichern und Holzbläsern – praktisch jeder Szene verleiht Richters Musik Farbe und Tiefe, zeitlos und persönlich lässt sie das historisch-politische Drama erscheinen. Das Album mit dem Original-Filmsoundtrack von Mary Queen of Scots wurde am 7. Dezember von Deutsche Grammophon veröffentlicht. Der Film von Focus Features unter der Regie von Josie Rourke mit Saoirse Ronan in der Titelrolle und Margot Robbie als Elisabeth I. startete am 7. Dezember in den USA und läuft am 17. Januar 2019 in den deutschen Kinos an.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/wnqjSgMU36U

a
Mary Queen of Scots – auf der Grundlage von Dr. John Guys Buch Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart – widerlegt falsche Vorstellungen. Die Titelheldin erscheint hier nicht als schwache, promiskuitive Monarchin, vielmehr schildert der Film Verrat und Rebellion an Marias turbulentem Hof, wo die Männer im Umfeld der Königin insgeheim und unablässig an ihrem Untergang arbeiteten. Die Geschichte entwickelt sich vor dem Hintergrund von Marias Verhältnis zu ihrer Kusine, Königin Elisabeth I. von England. Die beiden Frauen verstanden einander auf einzigartige Weise, waren voneinander fasziniert und forderten sich heraus. Beide waren gezwungen, in einer von Männern dominierten Welt Opfer zu bringen – und beide zahlten den bitteren Preis der Macht.

Richter selbst produzierte den Soundtrack von Mary Queen of Scots, der neben seiner eigenen Musik auch die Renaissance-Motette If Ye Love Me des großen englischen Komponisten Thomas Tallis (1505–85) enthält. »Das war unter anderem das Schöne an diesem Projekt«, sagt Richter, »dass ich mich wieder mit Renaissance-Musik beschäftigen konnte, die ich sehr mag. Der Film widmet sich zwar historischen Ereignissen, aber in der Art und Weise, wie die Themen der Geschichte erzählt werden, ist er modern. Dieser Dialog zwischen historischem Material und moderner Technik ist ein wichtiges Element meiner Kompositionspraxis.«

Richters Partitur illustriert die dramatische Spannung zwischen greifbarer Verständigung und tragischer Realität, er sagt: »Ich wollte, dass der Film von den Stimmen der Frauen getragen wird, ihre Stimmen sind die ersten und die letzten Töne, die wir in dem Soundtrack hören. Ich habe sie als Rahmen genutzt, als eine Art akustische und psychologische Landschaft, in der sich die Geschichte entfaltet. Die anderen Elemente der Musik bevölkern diese Landschaft wie Figuren im Vordergrund, an erster Stelle die Trommeln, die Krieg bedeuten, den Triumph der Zeit über die Wünsche der Menschen und die Welt männlicher Brutalität. Natürlich beschwören sie in dieser Geschichte auch das Bild der Trommeln des Scharfrichters und eines Trauerzugs. Diese Spannung zwischen den Trommeln und den Frauenstimmen trägt große Teile der Musik.«

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/QBZT5cj3ifw

a
Obwohl er moderne Mittel verwendete, ließ sich Richter von der Machart elisabethanischer Musik inspirieren, als er die Filmmusik komponierte. »Es war großartig, diese beiden Welten zusammenzubringen, die historische und die gegenwärtige«, erklärt er. »Ich nutzte Kompositionstechniken des 16. Jahrhunderts, beispielsweise die Ostinato-Variation und den polyphonen Chorsatz, aber in der Art des 21. Jahrhunderts, sodass die Musik zwar an Kompositionen aus Maria Stuarts Zeit erinnert, aber keine pseudohistorische Musik ist, sondern der Modernität von Josies Erzählstil entspricht.«

Zu den thematischen Aspekten der Musik erklärt Richter weiter: »Maria und Elisabeth haben ein gemeinsames Thema. Sie waren zwar Gegnerinnen, das wird deutlich, aber beide hatten eine besondere und einsame Stellung in der Welt der Männer. Die Musik nutzt harmonische Fragmente, die uns an Händels Krönungshymne von 1727 erinnern, sie beschwört so das Bild von ›Königlichkeit‹ im weiteren Sinn. Marias eigene Stimme in diesem Thema wird durch das Solo-Englischhorn verkörpert, das ich vor allem wegen seiner melancholischen Klangfarbe gewählt habe. Neben dem Thema der Königinnen gibt es auch ein Thema für die Welt, in der sie leben, also die Männerwelt. Die Musik der Königinnen und die Musik der Männer werden von großem Orchester gespielt und beide haben im Sinne elisabethanischer Praxis als Fundament einen ostinaten Bass. Diese beiden musikalischen Komplexe sind ähnlich gebaut, aber die Harmonik der Musik der Frauen ist subtiler und bietet mehr Raum für Entwicklung. Die Musik für die Männerwelt, eine Art orchestrales Death Metal, ist dagegen ungeschliffen.«

Richter fasst seine Vorstellung von dieser Musik noch einmal zusammen: »Durch die vorsichtige Verwendung historischer Verfahren innerhalb einer grundsätzlich modernen Musiksprache hoffe ich für die Zuhörer einen Dialog zwischen ganz unterschiedlichen Epochen zu schaffen, und das setzt in unserem Geist einen Diskurs in Gang, der uns in eine eindrucksvolle, sehr bewegende Geschichte hineinzieht.«

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/Dgacy-1gSTA

a
Das Album mit dem Soundtrack von Mary Queen of Scots wurde in den Air Studios in London aufgenommen und von Richter produziert. Zu den Mitwirkenden zählen London Voices und das Air Lyndhurst Orchestra, Instrumentalsolisten sind Jane Marshall (Englischhorn), Hugh Webb (Harfe) und Jean Kelly (Keltische Harfe). Richters Partitur erscheint bei Focus-Gramercy Film Music (BMI).

Max Richter

Photo Credit: Heiko Prigge

Max Richter, 1966 im damaligen Westdeutschland geboren, wuchs in England auf und studierte Komposition und Klavier an der Universität Edinburgh. Es folgten Studien an der Royal Academy of Music in London und bei dem avantgardistischen Komponisten Luciano Berio in Italien. Richters Werk vereint die Strenge der klassischen Tradition mit der Experimentierfreudigkeit der Electronica unserer Zeit. Die BBC bezeichnete sein erstes, 2002 erschienenes Soloalbum, Memoryhouse, als »ein Meisterwerk neoklassischer Komposition«. Trotz ihrer inhärenten Perfektion bleibt seine Musik zugänglich. Richter scheut sich nicht, unsere Gefühle direkt anzusprechen, er unterscheidet sich darin von vielen klassischen Komponisten der Gegenwart. Von Richters Popularität zeugen zahlreiche klassische Aufnahmen an der Spitze der Charts weltweit und ausverkaufte Konzerte an renommierten Spielstätten, wie der Royal Albert Hall in London, dem Sydney Opera House, der Philharmonie de Paris und dem Berghain in Berlin.

Photo Credit: Heiko Prigge

Recomposed: »The Four Seasons«, Richters DG-Album aus dem Jahr 2012, führte die klassischen Charts in 22 Ländern an. Der britische Telegraph sagte darüber: »Es ist ein subtiles, oft bewegendes Werk, das deutlich macht, dass nach Jahren langweiliger Disco- und Tranceversionen von Mozart das Gebiet des klassischen Remix endlich interessant geworden ist.« 2014 erschien bei Deutsche Grammophon eine Neuveröffentlichung von Richters Album Infra aus dem Jahr 2010 mit Musik, die ursprünglich für das Royal Ballet in London konzipiert war. 2015 veröffentlichte Richter das gewaltige, achteinhalb Stunden dauernde Sleep, das neue Wege der Interaktion von Musik und Bewusstsein erforscht. Die Produktion von Woolf Works mit Richters langjährigem künstlerischen Partner Wayne McGregor beim Royal Ballet wurde mit dem Olivier Award ausgezeichnet und ist Grundlage des 2017 erschienenen DG-Albums Three Worlds, das ebenfalls weltweit die Klassik-Charts eroberte.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/b_YHE4Sx-08

a
Zu Richters Arbeit im Bereich Film und Fernsehen zählen Waltz with Bashir (Golden Globe), die HBO-Serie The Leftovers, Jessica Chastains Miss Sloane, Scott Coopers Hostile mit Christian Bale, Charlie Brookers Black Mirror und Tom Hardys Taboo, das Richter seine erste Emmy-Nominierung einbrachte. Viele Regisseure, darunter Martin Scorsese (Shutter Island) und Denis Villeneuve (Arrival), haben Musik von Richter genutzt. In jüngster Zeit hat Richter nicht nur die Musik für Mary Queen of Scots geschrieben, sondern auch für White Boy Rick mit Matthew McConaughey in der Hauptrolle und für die HBO-Serie My Brilliant Friend.

Homepage Max Richter
Homepage Deutsche Grammofon