NAURU ist überall

In seiner Studie „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ beschreibt der Amerikaner Jared Diamond in einem Gedankenspiel, wie der letzte Baum der Osterinsel von der Urbevölkerung gefällt wurde. Der ganze Wald ist bereits abgeholzt worden, damit die Pazifikbewohner die berühmten Steinstatuen errichten und transportieren konnten. Nun ist nur noch ein letzter Baum übrig. Die Bewohner der Osterinsel waren keine dummen Kreaturen, es waren Menschen von Verstand wie wir. Und trotzdem fällten sie um etwa 1500 nach Christus den letzten Baum und zerstörten damit sehenden Auges die letzte Möglichkeit, dass sich die Insel wieder bewaldete. Was mag den Holzfällern durch den Kopf gegangen sein, als sie den letzten Baum der Insel mit ihren Steinäxten niederwarfen?

Fünfhundert Jahre später ereignete sich auf Nauru, einer ebenfalls kleinen isolierten Pazifikinsel, ein ähnliches Desaster. Die polynesische Bevölkerung benutzte keine Steinäxte, um ihre idyllische Heimat zu ruinieren. Auch waren Bagger, Kräne und Fabrikschlote nicht das Mittel, um den Untergang herbeizuführen (obwohl sie der Insel ihre Spuren hinterlassen haben). Das Inselparadies am anderen Ende der Welt wurde mithilfe der freien Marktwirtschaft zerstört.

Nauru ist etwa 20 Quadratmeter groß und wird von weniger als 10.000 Menschen bewohnt. Der Vogelkot hat sich auf der Oberfläche aus abgestorbenen Korallen im Laufe der Jahrtausenden zu einer Phosphatschicht vermengt. Phosphat ist eine Ressource, die sich mit Erdöl vergleichen lässt. Weltweit werden damit ausgelaugte Böden gedüngt. So wie die Industrie Erdöl benötigt, ist die globale Landwirtschaft auf Phosphat angewiesen. Wer über diese Ressource verfügt, ist reich. Und Nauru bestand aus Millionen und Abermillionen Tonnen dieser Substanz.

In der Zeit vor, während und nach den beiden Weltkriegen war Nauru ein Spielball der Kolonialmächte und Machtblöcke. Doch in den 60er Jahren hatten einige junge Inselbewohner Universitäten in Australien und die USA besucht und wussten nun, wie die westliche Welt ihre Heimat ausbeutete. Nach jahrelangen zähen Verhandlungen erlangte die Insel 1968 seine Unabhängigkeit und die alleinige Kontrolle über den Handel mit Phosphat, der bislang in der Hand britischer und australischer Firmentrusts gelegen hatte. Die unermesslichen Erträge flossen direkt in die Taschen der Inselbewohner und machte die bislang armen Menschen quasi über Nacht zu Millionären.

Auf der anderen Seite der Erdkugel hatte 40 Jahre zuvor die Schließung einer Fabrik im österreichischen Marienthal alle Bewohner des Dorfes von einem Tag auf den anderen um ihren Job gebracht. Die Arbeitslosen von Marienthal, die nun plötzlich alle Zeit der Welt hatten, verfielen in völlige Lethargie und passive Resignation: die Bücherei blieb unbesucht, das Vereinsleben erstarb. Was die plötzliche Armut in Österreich angerichtet hatte, bewirkte auf Nauru der unvermittelte Reichtum. Von der Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit befreit verbrachten die Nauruer ihre vollständige Zeit damit, ihr Geld mit vollen Händen auszugeben, mit wöchentlich neu erworbenen Luxusautos um die einzige Straße der Insel zu kurven und chinesischen Gastarbeitern die Maloche des Phosphatabbaus zu überlassen.

Wer zu viel Geld hat, um es auszugeben, der legt es an. Und wird es richtig angelegt, dann bringt dies noch mehr Geld, das wiederum angelegt werden muss. Die Befreier Naurus hatten dies auch geplant, um die Zukunft des winzigen Inselstaates zu sichern. Irgendwann würden die Phosphatvorkommen erschöpft sein – und dann musste Nauru auf anderen Beinen stehen. Durch Unerfahrenheit und Leichtsinn gerieten die Dollarmillionen in die Hände windiger Spekulanten, die es darauf angelegt hatten, die Naivität der Nauruer zu benutzen, um sich selbst zu bereichern. Das dafür verantwortliche Establishment Naurus – fast jede Familie stellte irgendwann einen verantwortlichen Minister oder Behördenchef – fürchtete sich, die Fehlschläge einzugestehen und versuchte, die Verluste mit noch größeren Unternehmungen wiedergutzumachen, die allerdings noch größere Verluste verursachten. Verdrängung und Verleugnung der dringendsten Probleme und Fehlentwicklungen ließen das reichste Land der Erde unausweichlich auf den ökonomischen Untergang zusteuern. Den Abschluss der unabwendbaren Abwärtsspirale stellte der verzweifelte Versuch dar, mit Krediten wieder zu Geldmitteln zu kommen, was aber letzten Endes nur bewirkte, dass weitere Kredite aufgenommen werden mussten, um die Zinsen des vorhergehenden Darlehens zu beziehen.

Überliefert hat uns diese Geschichte der französische Journalist Luc Folliet in seinem Buch „NAURU – Die verwüstete Insel. Wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde zerstörte“, das soeben im Wagenbach-Verlag erschienen ist. Ende 2005 reiste er nach Nauru, „um selbst zu sehen, ob das alles wahr ist“. Können wir s glauben? Auf GoogleEarth kann man den Namen der Insel eingeben. Die Weltkugel dreht sich, wendet uns den unendlichen Pazifischen Ozean zu und zoomt auf eine winzige Insel, etwa vier Kilometer lang und drei Kilometer breit. Wir können weiter hinabtauchen und erkennen die Ringstraße, die entlang der Küste einmal um die Insel führt. Wir erkennen die Start- und Landebahn im Süden, direkt neben der Hauptstadt Yare. Im Nordosten sehen wir den verfallenen Fischereihafen Yanibare.

Die Bewohner von Nauru sind nicht törichter als andere Menschen. Auf ihrer winzigen Insel zeigen sich die Folgen ihres Handels nur rascher. Sie taten nichts anderes als die Ölstaaten, die mit gigantomanischen Bauvorhaben protzen, aber völlig verdrängen, dass die Millionen von Petrodollars mit dem schwarzen Gold versiegen. Und nichts anderes als jeder Bewohner der westlichen Welt, der dem Klima nichts mehr wünscht als dass es sich wieder erholt, der aber, wenn er aufgefordert wird, auf Autofahren und zwei Ferienflüge im Jahr zu verzichten, der Ansicht ist, das gehen nun wirklich zu weit, da müsse das Klima eben Zugeständnisse machen.

Das eingangs erwähnte Fällen des letzten Baums der Osterinsel ist ein noch viel schlimmeres Verbrechen, wenn man bedenkt, dass die Osterinsulaner ihr Eiland für die ganze Welt und sich selbst für die einzigen Bewohner hielten. Sie glaubten also nicht nur, den letzten Baum ihrer Insel, sondern den letzten Baum des ganzen Planeten zu zerstören. Was den Menschen der Osterinsel nicht möglich ist, könnte die globalisierte Wirtschaftsgesellschaft schaffen: die weitgehende Vernichtung der eigenen Zivilisation. Und wenn das geschieht, dann tun wir eines Tages das, was die Nauruer seit dem Zusammenbruch ihrer Wirtschaft tun: Mit einer Angel ans Ufer treten, um etwas auf dem Mittagstisch zu bekommen.

Luc Folliet: Nauru – Die verwüstete Insel. Wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde zerstörte. Wagenbach-Verlag 2011. 138 S., 10.90 EUR.

Das Konzert von Flogging Molly im Astra Berlin….einmal anders

Für eine gerechte Welt. Ohne Armut

Flogging Molly im Astra Berlin,22.11.11, 20.00 h

Astra – Kulturhaus
Revaler Strasse 99,
D-10245 Berlin

http://www.astra-berlin.de/

Von der Oxfam – Homepage:

Oxfam meets Flogging Molly

Seit mehreren Jahren können wir auf eine erfolgreiche Kooperation mit den Irish-Folk Punks von Flogging Molly aus L.A. zurückblicken. Bei ihrer diesjährigen Europa-Tour kommen die sieben Musikerinnen und Musiker im November auch nach Deutschland und haben sich dafür drei ganz besondere Aktionen ausgedacht.

Am 22. November können Fans die Band vor ihrem Konzert in Berlin persönlich treffen. Gemeinsam mit zehn Fans möchte die Band zwei Stunden lang in einer Berliner Siebdruckwerkstatt Fan-Shirts bedrucken. Der Erlös der im Anschluss verkauften Shirts kommt Oxfam zugute.

Die erste Aktion, die Versteigerung von Golden-VIP-Tickets für die Deutschland-Konzerte, ist bereits vorbei. Vielen Dank an alle, die mitgeboten haben. Die sieben Gewinnerinnen und Gewinner werden im November bei den Konzerten live beim Soundcheck dabei sein, das Konzert von der Bühne aus miterleben und nach dem Konzert mit Flogging Molly backstage die Gläser erheben.

http://www.oxfam.de/oxfam-meets-flogging-molly

Infos über die Band selbst bekommen Sie auf http://www.floggingmolly.com. Einen Vorgeschmack auf die kommende Tour der wohl größten Irish-Folk-Punk-Band der Welt bekommen Sie hier:

THE KENNY WAYNE SHEPHERD BAND im Quasimodo

Entnommen von der Homepage des Quasimodo:

Dienstag 15.November 2011 22:00 h

“How I Go” Tour 2011

Es gibt nur wenige Künstler, deren Name innerhalb eines ganzen Genres für ein Instrument und der Art es zu spielen steht.
Selbst Leute, die nur oberflächliche Kenntnisse der modernen Musikszene haben, denken bei der Bezeichnung „Junger Bluesgitarrist“ sehr wahrscheinlich direkt an Kenny Wayne Shepherd.

Der in Louisiana geborene Songwriter ist gerademal Mitte 30 und hat bereits Millionen von Alben verkauft, hatte Singles in den US amerikanischen Top 10 und verhalf damit, dem, in der Musikgeschichte so bedeutenden Blues, zu neuem Glanz. Er vernachlässigt nie den klassischen Sound, den er bereits als Teenager verinnerlicht hat, und bahnt sich doch mit seinem eigenen, modernen Sound den Weg nach oben. Mit sieben Jahren traf er Stevie Ray Vaughn, mit 13 teilte er sich eine Bühne mit Bryan Lee, der Legende aus New Orleans, und auch als Erwachsener kreiert er weiterhin genreprägenden, blueslastigen Rock’n’Roll.

Guitar World nennt Kenny Wayne Shepherd in einem Atemzug mit Bluesgitarristen wie B.B. King und Eric Clapton. Sein neues Album „How I Go“ ist jedoch nicht nur ein Beweis dafür, dass das gerechtfertigt ist, sondern zeigt auch sein großes songwriterisches Talent. Kenny vereint gefühlvolle und leidenschaftliche Interpretationen von klassischem Material wie Bessie Smiths „Blackwater Blues“, Albert Kings „Oh, Pretty Woman“ und „Yer Blues“ von den Beatles, mit den stärksten Kompositionen seiner bisherigen Karriere.


Man sollte nicht vergessen, dass Kenny vor langer Zeit den Song „Blue on Black” mitgeschrieben hat, der 17 Wochen in Folge die #1 in den Rock Charts besetzte. Jegliche Anerkennung, die er für sein Gitarrenspiel erhält, ist wohl verdient, aber er hat noch so viel mehr zu bieten.

Die Homepage der Band: Bandlink: http://www.kennywayneshepherd.net/

Brit Floyd, München „Neue Olympiahalle“, 29.10.2011 by rockpixx.com

Brit Floyd, 29.10.2011, München, Neue Olympiahalle by rockpixx.com

Kaum aus dem Urlaub zurück, gibt’s schon wieder einen Leckerbissen: Zum zweiten Mal in diesem Jahr habe ich „Brit Floyd“ vor den Kameras, dieses Mal allerdings nicht in → London’s ehrwürdiger Royal Albert Hall, sondern in der (neuen) „Kleinen Olympiahalle“ in München. Und das ist sogar für uns noch eine Premiere: Es ist das erste Konzert, welches in der neu erbautenen Halle stattfindet!
[ mehr auf → rockpixx.com… ]

Brit Floyd, 29.10.2011, München, Neue Olympiahalle by rockpixx.com

Thomas Mann in Amerika

Quelle: S. Fischer-Verlag

Sachbücher über Thomas Mann, den Thronheiligen der Literatur, gibt es meterweise. Biografien über den Großmeister haben mitunter vierstellige Seitenzahlen. Ist es nun notwendig, noch einmal 500 eng bedruckte Seiten zu füllen, die sich allein den Jahren 1938 bis 1952 beschäftigen, die Mann in den USA gelebt hat?

Es ist unbedingt notwendig – und es ist fesselnd, wie Hans Rudolf Vaget in dem Band „Thomas Mann, der Amerikaner“ beweist. Denn erst der Thomas Mann-Herausgeber Vaget stellt die einzelnen Aspekte des US-Exils – Emigrantenschicksal, Manns gescheitertes Verhältnis zu Hollywoods Filmindustrie, die Hexenjagd McCarthys sowie Manns Loyalität zu „seinem“ Präsidenten Roosevelt – in einen umfassenden zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Und das wiederum lässt die Person Thomas Manns in einem ungewohnten Licht erscheinen.

Hans Rudolf Vaget

Die Vereinigten Staaten waren von jeher ein begehrtes Ziel für Zuwanderer. In den Jahren nach Hitlers Machtergreifung eskalierte der Flüchtlingsstrom aus Europa, was für die Situation der Flüchtlinge katastrophale Folgen hatte. Wer es über den Atlantik geschafft hatte, hatte unter Umständen sein Leben gerettet, sah sich aber neben einfacher Sprachschwierigkeiten meist Armut, Entwurzelung und Existenzangst ausgesetzt. Von Thomas Mann wissen wir aber, dass er in einem noblen Haus in der besten Gegend von Los Angeles wohnte, auf umfangreichen Vortragsreisen ausschließlich erster Klasse fuhr und auch sonst keine Not litt. Dabei hatte der 63jährige Einwanderer nur mäßige Englischkenntnisse, und die Übersetzungen seiner Romane waren in Amerika keine Bestseller.

Es gab eine Gönnerin, die dem Schriftsteller quasi den roten Teppich ausrollte: die deutschstämmige Agnes Meyer, erfolgreiche Journalistin, verheiratet mit einem einflussreichen, steinreichen Mann und glühende Thomas Mann-Verehrerin. Die Mittvierzigerin ließ keinen Zweifel daran, dass sie mehr zu sein wünschte als nur Muse des Dichters. Doch dem gelang es, die Anbetung in eine Art ideelle Geistesverwandtschaft umzumünzen und weder ihre noch seine Ehe zu gefährden. Direkt abweisen durfte er sie nicht, schließlich verschaffte sie ihm Posten, die ein solides Einkommen sicherten, die aber vom Arbeitsaufwand her nur symbolische Leistungen erforderten, so etwa eine Stelle als „Lecturer“ der US-Nationalbibliothek.

Außerdem konnte man zu dieser Zeit mit jeder Art von Vorträgen gutes Geld verdienen, diese Veranstaltungen waren so beliebt wie heute Rockkonzerte. Und Thomas Mann hatte eine Botschaft, die er auf förmlichen Ochsentouren kreuz und quer durch die Staaten verbreitete: Er als Deutscher drängte die USA, den Hitlerstaat mittels Krieg niederzuwerfen. Denn auch wenn dies Schmerz und Tod mit sich bringen würde, sei dies das einzige Mittel, noch größeres Unheil zu verhindern. Diese Botschaft machte Thomas Manns Exil nicht zu einem erlittenen Schicksalsschlag, sondern förmlich zu einer Berufung.

Der Tod Roosevelts am Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutet eine Zäsur für den deutschen Schriftsteller in Amerika. Das Klima ändert sich – die Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten eines gewissen republikanischen Senator namens McCarthy beginnt. Den konservativen bürgerlichen Thomas Mann als Kommunist zu verdächtigen ist absurd, aber FBI-Chef Hoover hatte seine eigene Methode. Wer pazifistische oder soziale Aufrufe unterschreibt, ist Kommunist – basta. Ein öffentlicher Vortrag in der US-Nationalbibliothek wird abgesagt, und Thomas Mann kann froh sein, nicht vor dem berüchtigten „Ausschuss für unamerikanische Tätigkeiten“ zitiert zu werden.

1952, drei Jahre vor seinem Tod, verlässt Thomas Mann die USA und kehrt in den deutschen Sprachraum zurück. Wie vor seinem Amerikaaufenthalt wird auch jetzt wieder die Schweiz seine Wahlheimat. Von dort aus sieht er sich noch einmal in eine hässliche Auseinandersetzung verwickelt. Die Schriftsteller der sogenannten inneren Emigration deuteten ihren „Rückzug ins Schweigen“ als den eigentlichen Widerstand gegen das NS-Regime, während die Exilanten das Geschehen von ihren „Logenplätzen“ aus in bequemer Entfernung verfolgt hätten. Dabei war es Thomas Mann, der als einer der ersten die Judenvernichtung in den Konzentrationslagern öffentlich anprangerte, von der die Deutschen später behaupteten, von nichts gewusst zu haben. Die Umkehrung von Täter und Opfer gipfelt in der Behauptung Walter von Molos, das deutsche Volk habe keine kollektive Schuld auf sich geladen, vielmehr habe es für die anderen Völker „die Kohlen aus dem Feuer“ geholt.

Dieser schärfste und bedeutendste deutsche Literaturstreit sollte sich noch lange nach Thomas Manns Tod hinziehen. Kaum zu glauben, dass er, dieses Idol bürgerlicher Kultur, bei den Konservativen noch in den siebziger Jahren eine persona non grata war. Vagets umfangreiche aber immer spannende Studie gelingt es, die verschiedenen Aspekte von Thomas Manns USA-Exils so zu schildern, dass sie immer wieder an Fragen unserer Gegenwart erinnern und der Leser keinen Augenblick den Eindruck hat, hier würde trockenes Gelehrtenwissen ausgebreitet. „Thomas Mann, der Amerikaner“ ist ein brandaktuelles Buch.

Hans Rudolf Vaget: Thomas Mann, der Amerikaner. S.-Fischer Verlag, 545 S., EUR 24,95

Konzertfotograf/-in für den Raum Berlin und Hannover gesucht!

In Berlin muss Mona, unsere Fotografin, aus persönlichen Gründen kürzer treten und wir suchen einerseits für diese Zeit Ersatz für Mona und darüber hinaus Verstärkung für das Team Berlin.

Im Raum Hannover sucht Michaela fotografische Unterstützung für ihre Konzertberichte.

Mail bittte an : info@60minuten.net

Head Cat in Berlin undim Gespräch. Wann? 18.10.11 in Berlin, Huxleys

Di, 18.10.2011, 21:00 Uhr

Huxleys Neue Welt
Hasenheide 107, 10967 Berlin

Der Pressetext:

Das Projekt HeadCat entstand aus der Liebe zu einem Musikstil, die Motörhead-Legende Lemmy Kilmister, Stray Cats-Drummer Slim Jim Phantom und Gitarren-Virtuose Danny B. Harvey teilen. Bereits Anfang des Jahrtausends veröffentlichte das Trio eine Scheibe, auf der es den Songs der 60s-Rock’n’Roll-Heroen huldigte, dargeboten in einer hitzigen Rockabilly-Version. Diesem Sound sind HeadCat auch auf ihrem neuen Album „Walk The Walk, Talk The Talk“ treu geblieben. Die Kompositionen stammen einmal mehr von den bedeutenden Rock’n’Rollern der 60er Jahre. Am 18. Oktober präsentieren HeadCat diese Neuinterpretationen alter Beatles-, Chuck Berry-, Jerry Lee Lewis- oder Eddie Cochran-Klassiker im Berliner Huxleys erstmals live in Deutschland.

Staind, 14.10.11 im Huxleys und im Gespräch

Es war laut und war auf jeden Fall sehr ineressant Mike kennen zu lernen!;)

Hier der Link zur Fotogalerie: Staind

Staind am 14.10.11 in Berlin, Huxleys.

Staind haben ein neues Album heraus gebracht, Michaela wird sich am Wochenende an die Rezension machen.

Von mir schon mal vorab: Es lohnt sich..und wie:))

Ebenso lohnt sich das Konzert heute Abend in Berlin, Special Guest: April Divine. Wo? Natürlich im Huxleys:

HUXLEY’S NEUE WELT
Hasenheide 108-114
10967 BERLIN

 

01.   Eyes Wide Open
02.   Not Again
03.   Failing
04.   Wannabe
05.   Throw It All Away
06.   Take a Breath
07.   The Bottom
08.   Now
09.   Paper Wings
10.   Something to Remind You

Monkey3 im Het Depot in Leuven/Belgien am 30.09.11

Knapp 200 km von meiner Heimat entfernt, im belgischen Leuven, fand für mich im Vor- als auch  im Nachhinein ein Highlight des modernen, spacigen und schwer rockenden Psychedelicrocks mit Stonerprisen statt. Nach knapp 150 minütiger Fahrt mit 3 Staus in Deutschland und den Niederlanden  betrat ich um 18 Uhr das Het Depot in der Kapucijnenvoer 47 und guckte mich erst mal um.

Nach dem Umsehen war ich sehr angetan vom Flair und der Spielhalle, holte mir Getränkechips und Getränke und wartete auf den Auftritt der 4 Schweizer von Monkey3.Die spielten inmitten eines Festivals mit dem Namen 14 Years Orange Factory – A Celebration Of Live Rock Music And Poster Art – an zweiter Stelle. Vor ihnen gabs Doom Metal von Temple Of Nothing, anschließend  musikalische Proganekdoten von Anekdoten aus Schweden. Nach einem Intro betraten unter lautem Beifall und Jubel die Jungs aus der Schweiz die Planken der Bühne und legten eine Soundwand auf uns, die perfekt war, großes Kompliment an den Soundmann, der auch die Lightshow befehligte, das auch tadellos. Und nun Bühne frei für eine Band, die uns in Grund und Boden spielte, die die Temperatur im Depot in große Höhe arbeitete, eine Viererbande, die über alle Banden musizierte. Energie, Druck und Spielfreude prasselte von der Bühne auf uns hernieder, Boris an der Gitarre, db am Soundboard, Picasso am Bass und Walter am Schlagzeug gaben sicht- und hörbar alles, instrumental.


Die Orgie der tonnenschwer bratenden und federleicht feinen Instrumententöne begann mit dem Titelstück ihrer aktuellen CD “Beyond The Black Sky”.
Aus dieser ihrer Liedgut Sammlung hörten wir im Verlauf des Abends noch etliches. “Camhell” wurde von db und Boris im Verbund eingeleitet und nach kurzer Zeit schlug auch Walter um sich, Picasso basste alles nach vorne und dann flog er los, der spacige Stonerrocker in schweizerischem Gewand. In Verbindung mit der grandiosen Lightshow hoben wir alle schon nach ein paar Minuten in andere Gefilde ab.


Schleppend, dann treibend und düster stimmten uns die Jungs weiter ein mit “One Zero Zero One”. Die Bassläufe knallten unter unsere abgehobenen Füße, die Knie schlotterten ob der abgefahrenen Soundboardtöne und Boris und Walter sorgten für Lockerungsübungen in diversen Wirbelbereichen, verrifft und zugerockt, was für ein Sound. Anschließend ging es erst mal mit federleichten Saitenanschlägen in die Komposition “Xub”, das Federleichte arbeitet sich im weiteren musikalischen Prozess ins Bleischwere hoch. Wir waren und wurden hin- und hergerissen von dieser grandiosen Show.


Vor einiger Zeit sagte mir ein befreundetes Ulmer Fan Ehepaar aus dieser kleinen und sehr feinen Musikszene, die die Monkeys schon einige Male live erlebten, die spielen alles in Grund und Boden, an dieser Behauptung ist einiges dran…. “Black Maiden” besuchte anschließend den Spielsaal, Walter schlug das Intro ein, es knarzte weiter mit harten Riffs aus den Händen von Boris, db lockerte die Riffs mit flockigen Keyboardklängen auf und Picasso schlug die  Saiten ein. Das Alles zusammen kam mir mittlerweile vor wie bei Hau den Lukas, wenn die Kugel dauernd den Anschlag trifft, im Depot war die Stimmung am Anschlag, faszinierend. Das Stück trudelte aus und  “Jack ” aus ihrem Album “39 Laps” folgte, Picasso übernahm zu Anfang das Kommando mit wummernden Bassläufen, Boris mischte sich mit verzerrten Riff ein, die Percussion brachte das Stück zum Sieden und db hielt das Ganze mit allerlei Synthesizerklängen auf Temperatur. Zwischendurch beruhigten die Jungs die Soundmelange zweimal und dann ging  die Post wieder ab und im Geviert waren nun aber locker 35 Grad. Dazu fällt mir das Sprichwort aus der Schillerschen Glocke ein: Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben. Das stimmte hier und heute Abend, den Meister ersetzen wir mit die Meister, das passte vorzüglich. Fast die ganze Musik von Monkey3 ist aufgebaut wie die schweizerische Landschaft, langsam geht’s durch Tal, die ersten Hügel tauchen auf und danach steigt es kontinuierlich an bis zum Gipfel, verweilt dort eine Weile und wandert anschließend kontinuierlich wieder runter und verebbt im Tal, besonders hörten und sahen wir das beim Motorcycle Broer, verzerrt und verfuzzt noch eins.


Das Ende nahte mit einer Reise durch die Wüste, wieder aus ihrem Beyond Album. Herr db flötete uns das Intro mit dem Board, akustische Gitarrenklänge setzten ein und dann wurden wir wieder völlig elektrisiert, es ließ einfach nicht nach, das feine und bratende Inferno aus der Schweiz. Der Jubel elektrisierte auch die 4 Jungs und die ließen sich nicht lumpen. Die beiden gecoverten Zugaben “Once Upon A Time In The West” und “One Of These Days” schmissen uns zum wiederholten Mal aus der Bahn, was für ein Abend, ich war hin und weg. Zu den Fans dieser Musik noch dieses: In den letzten Monaten besuchte ich diverse Konzerte und Festivals der Psychedelic/Stoner/Space Szene wie das Up in Smoke Road Festival Vol.1 an diversen Orten, Stoned From The Underground in Erfurt oder das Yellowstock Festival im belgischen Geel und ich lernte jede Menge nette Leute kennen. Und die sehe und treffe ich immer wieder, so auch heute Abend, klasse. Ich stellte übrigens nach “Xub” das Photografieren ein, die Musik war einfach zu schlecht um weiter meine Digicam auszulösen. So schlecht, weil ich vor lauter Mitkämpfen bei diesen Klängen vor Begeisterung oft den Auslöser nicht mehr fand und nicht mehr finden wollte.Und nun muss ich mich zum guten Schluß noch für den folgenden Ausdruck entschuldigen, es geht aber nicht anders: was für eine supergeile Mördercombo. In Form von Vinyl kaufte ich mir noch ihre letzte Veröffentlichung und der Rückweg nach Hilden war so was von beschwingt….